Tipps für einen gelungenen Junggesellinnenabschied

Beim Thema Junggesellinnenabschied gibt es gefühlt zwei Lager: Die einen lieben bedruckte T-Shirts, Bauchladenverkauf und (peinliche) Spiele, die anderen mögen das alles überhaupt nicht. Ich persönlich gehöre zur zweiten Fraktion. Ein Junggesellinnenabschied ist für mich ein Tag, den man mit den besten Freundinnen verbringt, an dem man etwas Besonderes unternimmt und an dem sich alle wohlfühlen. Aber natürlich ist das Geschmacksache – erlaubt ist, was gefällt. In diesem Artikel möchte ich euch allerdings Tipps für einen – in meinen Augen – schönen, entspannten und damit gelungenen Junggesellinnenabschied geben. Wie organisiert man so einen Tag? Was kann man unternehmen? Und was muss man beachten?

Wie beginnt man die Organisation eines Junggesellinnenabschieds?

Vor gut zwei Jahren habe ich den Junggesellinnenabschied für meine Schwägerin zusammen mit einer Freundin organisiert und möchte euch unsere Ideen für diesen besondern Tag vorstellen. Mit der Planung und Umsetzung sind meist die Trauzeugin oder die Brautjungfern betreut. Das bestimmt aber natürlich die Braut – genauso wie die Gästeliste aussehen soll. Hierbei solltet ihr die Braut einfach direkt nach einer Liste mit entsprechender Kontaktmöglichkeit bitten. Ich rate davon ab, die Gästeliste auf eigene Faust zu schreiben. Das kann schnell nach hinten losgehen, wenn ihr jemand wichtiges vergesst oder jemand eher unerwünschtes einladet.

Der Tag des Junggesellinnenabschieds kann eine Überraschung sein – das ist aber kein Muss. Wir haben deshalb eine Alibi-Verabredung mit der Braut organisiert, damit sie sich den besagten Tag auch wirklich freihält. Der Bräutigam sollte natürlich in die Planung eingeweiht sein. Eventuell ist es notwendig, eine Kinderbetreuung inklusive Übernachtung für diesen Tag zu organisieren. Das Datum und der Ort des Junggesellinnenabschieds müssen natürlich auch mit den Gästen abgesprochen werden. Am besten schlagt ihr drei Termine vor, für die abgestimmt werden kann. Der Tag mit den meisten Stimmen wird dann ausgewählt. Es ist übrigens ganz normal, dass es keinen Termin gibt, an dem wirklich alle Gäste können. Hierbei kann es hilfreich sein, wenn ihr im Blick behaltet, ob bestimmte Gäste auf jeden Fall kommen sollen. Die Anwesenheit der Schwester der Braut könnte zum Beispiel “wichtiger” sein als die der Arbeitskollegin.

Die erste Kontaktaufnahme der Gäste lief bei uns über WhatsApp. Später, als es um die ausführlichen Infos ging, dann per Mail. Die ersten Ideen für den Tag haben wir dabei schon grob angerissen, dazu aber im nächsten Punkt mehr. Sobald die vier wichtigsten Fragen geklärt sind (Wann? Wo? Was? Wer?), geht es in den Feinschliff des Junggesellinnenabschieds.

Was machen wir beim Junggesellinnenabschied?

Im Mittelpunkt stand für uns immer die Frage: Was könnte der Braut gefallen? Und was machen wir nicht, weil es ihr überhaupt nicht gefallen würde? Der Junggesellinnenabschied fand Mitte Juli statt, deshalb bot es sich an, viel im Freien zu sein – immer mit einer guten Regenalternativ im Kopf. Nach vielen Überlegungen haben wir uns für drei bzw. vier Programmpunkte entschieden. Der Tag sollte gegen 10 Uhr mit einem großen Picknick am See beginnen. Hierbei sollte ausgiebig gefrühstückt, gequatscht und Fotos gemacht werden. Wir haben dafür eine Fotografin, die wunderbare Sarah von Alles und Anderes, gebucht. Am frühen Nachmittag fuhren wir dann gemeinsam zu einer Fisch-Pediküre mit Knabberfischen – einer kleinen Mutprobe für die Braut und ihre Gäste – und am frühen Abend ging es dann auf ein Restaurantschiff am Landwehrkanal. Zusätzlich haben wir noch eine Bar ausgesucht, in der man noch Cocktails trinken und Tanzen gehen könnte. Der Punkt fiel bei uns allerdings aus, denn wir haben den Abend auf dem Schiff ausklingen lassen. Es schadet aber nicht, eine solche Location für den Fall der Fälle herausgesucht zu haben.

Programmpunkt 1- Tipps für ein großes und schönes Picknick am See: 

Der Tag startete bei uns mit einem großen Picknick am Tegeler See. Für solch ein Picknick muss natürlich einiges vorbereitet werden. Die wichtigsten Punkte habe ich für euch zusammengefasst. Der Plan hat für uns gut funktioniert. Die Liste kann aber natürlich unendlich erweitert oder auch gekürzt werden.

To Do vor dem Junggesellinnenabschied: 

  • Die meisten Snacks, Salate, Aufstriche und Co lassen sich vermutlich problemlos am Vortrag zubereiten. Am besten macht ihr das zu zweit oder dritt oder ihr teilt euch die Aufgaben auf. Eine Liste mit allen Speisen und Getränken habe ich euch weiter unten aufgeschrieben. Für eine Person alleine ist das Vorbereiten relativ aufwändig.
  • Es bietet sich an, einige Tag vor dem Junggesellinnenabschied bereits nach einer geeigneten Picknickstelle Ausschau zu halten. Das spart euch am Tag selbst einiges an Zeit. Idealerweise fährt man ungefähr zur gleichen Uhrzeit hin, um auch zu schauen, wie die Sonne steht. Vor allem im Sommer und bei hohen Temperaturen bietet sich ein Schattenplatz an. Gut sind auch ein, zwei alternative Plätze, falls euer Favorit am besagten Tag besetzt ist. Eventuell kann es nützlich sein, nach parallelen Veranstaltungen zu recherchieren, die den Junggesellinnenabschied stören könnten. Wir haben das leider nicht bedacht und genau den Samstag ausgewählt, an dem das Tegeler Hafenfest stattfand. Dadurch waren viel mehr Besucher am See unterwegs und es wurde nicht ganz so idyllisch. Schlimm war das rückblickend nicht, denn immerhin gab es dadurch vernünftige öffentliche Toiletten am See.
  • Vorab ist es gut, eine gute Regen-Alternative für das Picknick zu planen. Wir hätten den Junggesellinnenabschied zum Beispiel zu Hause organisiert – mit Decken und Kissen auf dem Boden, damit es richtig schön gemütlich wird.
  • Und natürlich muss vorab organisiert werden, wer die Braut am Tag des Junggesellinnenabschieds überrascht und abholt.

To Do am Tag des Junggesellinnenabschieds: 

  • Für den Aufbau eines umfangreichen Picknicks braucht man gut und gerne 60 Minuten. Plant hier ruhig großzügig Zeit ein, damit mit der Ankunft der Braut auch wirklich alles fertig ist und ihr noch ein paar Minuten zum Durchatmen habt.
  • Die anderen Gäste solltet ihr ruhig auch 30 bis 60 Minuten vor der geplanten Ankunft der Braut bestellen. So kommt niemand zu spät, auch könnt ihr helfende Hände sicher gut gebrauchen.
  • Zu einem besonderen Picknick gehört natürlich nicht nur leckeres Essen, sondern auch eine entsprechende Dekoration. Bei uns gab es zwei sehr große helle einfarbige Decken, viele Kissen, Weinkisten als Tische für das Buffet, Papierballons als Dekoration für die Büsche (Bänder und Schere nicht vergessen), hübsches Pappgeschirr und Holzbesteck, Etageren und Tortenplatten.
  • In Kühltruhen könnt ihr Getränke kühlen, mit einer Thermoskanne zum Beispiel heißen Kaffee und Tee anbieten.
  • Ein kleiner Bluetooth-Lautsprecher, mit dem ihr Musik abspielen könnt, sorgt für eine nette Stimmung. Akku vorab aufladen nicht vergessen!

To Do nach dem Picknick: 

  • Damit wir keine Zeit mit dem Abbau des Picknicks “verschwenden”, sondern direkt weiterziehen konnten, haben wir meinen Freund und meinen Schwager für das Aufräumen organisiert. Bester Tipp!
  • Müllbeutel nicht vergessen und vor allem keinen Müll hinterlassen.
  • Für einen eventuellen Location-Wechsel ist es nötig, vorab zu überlegen, wie man das mit den Gästen bewältigt. Entweder gibt es genügend Autos, die genutzt werden können, oder ihr organisiert ein oder mehrere Großraumtaxen. In kleineren Städten kann man gewisse Strecken sicher auch zu Fuß bewältigen, in Berlin ist das eher schwierig.

Für das Picknick haben wir uns zusätzlich zwei kleine “Aktionen” einfallen lassen. Zum einen haben wir uns alle kleine Erkennungszeichen in Form eines temporären Tattoos geklebt bzw. die Braut musste das übernehmen. “Bride to be” und “Team Bride” stand zum Beispiel auf den Tattoos in goldener Schrift (ähnliche Tattoos gibt es zum Beispiel hier (Affiliate-Link). Nach getaner “Arbeit” hat sich unsere Braut ein Präsent verdient.

Wir haben für die Braut eine Art Adventskalender für die Hochzeit zusammengestellt. Dafür haben alle Gäste des Junggesellinnenabschieds – auch die, die nicht kommen konnten – sowie ihr Trauzeuge, Bräutigam und Sohn ein kleines Geschenk vorbereitet. 14 Tage vor dem Hochzeitstermin durfte sie dann pro Tag eines der Päckchen, das wir vorab mit Nummern beklebt haben, öffnen. Damit sollte die Vorfreude auf den großen Tag noch gesteigert werden. Bei den Präsenten ging es nicht darum, viel Geld in die Hand zu nehmen und etwas zu kaufen – im Gegenteil. Es ging viel mehr um einen emotionalen Wert – ein selbstgeschriebener Brief mit lieben Worten, eine kurze Videobotschaft, ein altes Schulfoto, Tipps für die Hochzeit von bereits verheirateten Freundinnen sind nur einige Ideen.

Was haben wir an Essen und Getränken vorbereitet? 

  • selbstgerollte Wraps (vegetarisch sowie mit Kochschinken und Putenwurst)
  • Pesto-Blätterteig-Schnecken (mein Rezept)
  • Nudelsalat mit Feta, Tomaten und Basilikum (Abwandlung meines Rezepts)
  • selbstgemachte Pizzastangen mit Kräuterquark zum Dippen
  • kleine Apfel-Croissants (Abwandlung meines Rezepts)
  • gekaufte Donuts, die mit selbstgebastelten Papp-Diamanten zu Verlobungsringen dekoriert wurden
  • Obst (abgewaschene Weintrauben, Äpfel, Bananen etc.)
  • Ipanema im großen Getränkespender (alkoholfreier Drink aus Ginger Ale, Maracujasaft und Limetten)
  • Wasser, Saft, Kaffee plus Milch und Zucker, Tee, Sekt
  • Salz- und Pfefferstreuer

Programmpunkt 2 – Fisch-Spa mit Knabberfischen: 

Nach dem gemütlichen Picknick sollte etwas weitere Entspannung folgen und wir fuhren mit mehreren Autos zu diesem Fish-Spa in Berlin, in dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Vorab haben wir im Spa einen Termin ausgemacht und angegeben, wie viele Personen kommen werden. Hierbei kann es nützlich sein, nach speziellen Angeboten zu fragen. Wir haben zum Beispiel einen Gruppenrabatt und ein Glas Sekt pro Person ausgehandelt. Eine Anwendung dauert je nach Buchung zwischen 20 und 45 Minuten. Wir waren insgesamt ca. zwei Stunden dort, da wir zwei Durchgänge aufgrund der hohen Gästeanzahl gemacht haben. Wir waren aber die komplette Zeit zusammen in einem Raum.

Die Füße werden vorab durch einen Mitarbeiter gereinigt und auch nach der Behandlung kurz behandelt. Danach werden die Füße bis etwa zur Mitte der Waden in ein Becken mit Knabberfischen gehangen und die Fische befreien die Füße von unnötiger Hornhaut. Das Knabbern selbst ist komplett schmerzfrei und kitzelt leicht. Das Ergebnis der Knabberfische kann sich übrigens sehen lassen. Die Füße sind anschließend sehr weich und von Hornhaut komplett befreit. Wer mag, kann sich dort übrigens statt den Füßen auch die Hände anknabbern lassen.

Noch ein paar hilfreiche Anmerkungen zur Knabberfisch-Pediküre:

  • Die Beine sollten an dem Tag der Anwendung nicht eingecremt werden.
  • Nagellack auf den Zehen ist kein Problem.
  • Auch eventuell kleine Hautverletzung durch zum Beispiel eine Rasur sind kein Problem. Hierbei wird vom Spa-Team ein wasserfestes Pflaster über die Wunde geklebt.
  • Um eine eventuell peinliche Situation für die Braut zu vermeiden, bietet es sich an, einen Einwegrasierer zum Rasieren der Beine dabei zu haben.

Programmpunkt 3 – Abendessen auf dem Restaurantschiff:  

Mit samtweichen Füßen ging es für uns dann zum Restaurantschiff Capt Schillow am Landwehrkanal. Auch hier haben wir vorab einen Tisch reserviert. Bei leckerem Abendessen, Cocktails und schönster Abendsonne wurde der Tag dann auf dem Schiffsdeck ausgeklungen. Das Essen war super lecker und preislich völlig in Ordnung. Passend zum Ambiente gibt es hier auch zahlreiche Fisch-Gerichte – aber auch Vegetarier müssen hier nicht hungern. Das Restaurantschiff legt übrigens im normalen Tagesgeschäft nicht ab, kann aber für Feiern gemietet werden und mit einer Fahrt auf den Berliner Gewässern gebucht werden. Wir haben uns vor allem wegen der schönen Atmosphäre für ein Restaurantschiff entschieden, da es doch etwas besonderer ist als ein “normales” Restaurant.

Noch ein paar weitere Tipps für einen gelungenen Junggesellinnenabschied: 

  • Ein Tipp, der mir sehr am Herzen liegt, ist eine Fotografin oder einen Fotografen für den Tag oder zumindest für ein paar Stunden zu buchen. Dann könnt ihr euch ganz in Ruhe auf den Tag konzentrieren und habt trotzdem ein paar hochwertige Fotos zur Erinnerung. Eine Fotografin kann zum Beispiel auch ein paar lockere Gruppenbilder schießen.
  • Ein gelungener und stressfreier Junggesellinnenabschied lässt sich nicht von heute auf morgen organisieren. Ich würde ruhig zwei Monate vor dem Termin mit der Planung anfangen. Das hängt natürlich davon ab, wie aufwändig der Tag werden soll. Aber es schadet sicher nicht, so früh wie möglich anzufangen. Auch die Gäste, die von außerhalb anreisen, werden es euch danken.
  • Es ist sehr hilfreich, wenn nicht zu viele Personen in die aktive Planung einbezogen sind. Ich habe schon von Junggesellinnenabschieden gehört, bei denen alle zehn Gäste ihre Ideen und Wünsche eingebracht haben. Puh, das wird dann definitiv anstrengend, denn häufig kommt dabei nichts Gutes bei rum oder erst nachdem viel Zeit verstrichen ist. Idealerweise teilt man sich die Aufgaben zu zweit. Die Gäste dürfen natürlich trotzdem ihre Ideen einbringen, aber ihr entscheidet am Ende. Meist ist es eh so, dass diejenigen den Junggesellinnenabschieden planen, die der Braut am nächsten stehen und damit – im besten Fall – auch wissen, was ihr gefällt.
  • Diese Fragen sollten übrigens immer im Vordergrund eurer Planung stehen: Was gefällt der Braut? Wird es, so wie wir den Tag planen, für sie ein toller Tag?

  • Umso mehr Freundinnen am Junggesellinnenabschied teilnehmen, umso schwieriger wird die Organisation. Deshalb ist es gut, wenn wirklich nur die engsten Freunde teilnehmen. Maximal 10 bis 15 Personen ist ein guter Richtwert.
  • Ich persönlich finde, dass die Braut am Tag ihres Junggesellinnenabschieds keine Ausgaben haben sollte. Entweder übernimmt die Trauzeugin oder die Brautjungfern oder alle Gäste übernehmen anteilig die Kosten der Braut. Wichtig zu diesem Punkt ist auch der Nächste:
  • In meinen Augen sollte das Budget für einen JGA nicht zu hoch liegen. 300 Euro pro Person finde ich übertrieben und das kann oder möchte vielleicht auch nicht jeder für einen Tag ausgeben. Natürlich können die Ausgaben sehr variieren – je nach dem, was geplant wird. Ein Wochenende in Paris kostet (vermutlich) mehr als ein Abend in der Lieblingsbar.
  • Eventuell kann es sinnvoll sein, die Gäste nach besonderen Ernährungsvorlieben oder Allergien vorab zu fragen. Das kann sowohl für das eigene Picknick als auch für die Restaurantwahl nützlich sein.
  • Hilfreich ist es, wenn ihr am Tag des Junggesellinnenabschieds alle Handynummern der Gäste griffbereit habt und nicht erst in eurem Mailfach danach suchen müsst. Das ist natürlich kein Muss, vermeidet aber etwas Stress, falls sich jemand verspätet. Ebenfalls solltet ihr eure Handynummer an die Gäste verschicken. Wie zum Beispiel bei unserem Picknick am See ist es auch hilfreich, den groben Standort per WhatsApp zu teilen, denn eine genaue Adresse gibt es nicht.
  • Insgesamt bietet es sich an, den Tag nicht zu eng zu planen. Der Junggesellinnenabschied soll nicht in Stress ausarten. Lasst bewusst großzügig Zeit zwischen Programmpunkten und plant nicht zu viele Location-Wechsel ein.

Habt ihr Fragen oder noch weitere Tipps für einen perfekten Junggesellinnenabschied?

Eure Anne ♡

PS.: Die wunderschönen Fotos hat meine liebe Freundin Sarah von Alles und Anderes gemacht. Vielen lieben Dank noch einmal dafür, dass du diesen fantastischen Tag mit deiner Kamera begleitet hast.

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